Im Januar 2012 verliefen schon 63 Jahre seit dem Augenblick, als die legendäre Seilbahn ihre ersten Passagiere auf die Schneekoppe beförderte. Obwohl es unglaublich klingen kann, die Seilbahn ist auch nach 63 Jahren praktisch im ursprünglichen Zustand im Betrieb und ist die älteste betriebene Seilbahn bei uns. Mit Recht gehört sie zu den bekanntesten und meistbesuchten Seilbahnen in der Tschechischen Republik.

Der Gipfel der Schneekoppe, des höchsten Berges der Tschechischen Republik, wird von Touristen seit alters besucht. Bereits im Jahre 1681 wurde hier eine vierzehn Meter hohe Kapelle des hl. Laurentius erbaut. Im Jahre 1850 folgte ein Bau der Bergbaude Slezská bouda und im Jahre 1868 auch die Česká bouda mit einem Postamt und einem Telegrafen.

In Bezug auf eine Belebung des Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg hat man in der zweiten Hälfte der 40er Jahre entschieden, eine Seilbahn auf die Schneekoppe zu bauen. Nach Seilbahnen auf die Berge Černá hora, Ještěd, Pustevny und Pláň war es eine in der Reihenfolge fünfte Seilbahn auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik. Die ursprüngliche Variante der Seilbahnstrecke vom Tal Obří důl über die Schlucht Rudník zur Baude Obří bouda und von dort zur Schneekoppe wurde abgelehnt und es wurde die Variante mit einer Zwischenstation auf Růžová hora bevorzugt. Ausgewählt wurde das Angebot der verstaatlichten Firma Transporta Chrudim n. p. (früher Wiesner Chrudim), die aufgrund einer von der Schweizer Firma Von Roll erworbenen Lizenz eine neue Seilbahntechnologie, d. h. einer abkuppelbaren Doppelsitz-Seilbahn, angeboten hatte. Die Sessel werden im Ruhezustand besetzt, eine Weiterbewegung der Sessel in den Stationen bis zur Startstelle muss von Hand durch das Personal bewerkstelligt werden. Die Seilbahnen vom Typ VON ROLL - VR 101haben eine besondere Sesselausführung, bei der die Fahrgäste quer zur Transportrichtung sitzen.

Der Bau der Seilbahn zur Schneekoppe begann am 1. 11. 1947 mit einer Entholzung der Strecke des ersten Abschnitts, einer Anfahrt vom erforderlichen Material und mit dem Bau einer ergänzenden Frachtseilbahn von Lesovna bis auf Růžová hora. Im Jahre 1948 wurde der Bau mit einer Betonierung der Stationen- und Stützenfundamente und einer Technologiemontage fortgesetzt. Der Gesamtwert des Seilbahnbaues einschließlich der Bauarbeiten und der Projektdokumentation wurde nach einem vorläufigen Kostenplan auf 4.796.900,- CZK geschätzt. Den baulichen Teil gewährleisteten Tschechoslowakische Baubetriebe, der Betrieb TESKO.

Am 15. Januar 1949 wurde der Betrieb im ersten Abschnitt nach Růžová hora feierlich eröffnet. Das Interesse der Öffentlichkeit war riesig, denn gleich im ersten Jahr beförderte die Seilbahn Richtung bergauf 112.200 Personen und Richtung bergrunter 82.291 Personen. Inzwischen verliefen Endarbeiten auf dem zweiten, längeren Abschnitt von Růžová hora bis zum Gipfel der Schneekoppe. Auch hier half die Frachtseilbahn. Der Probebetrieb wurde am 10. November 1949 eröffnet, seit dem 1. Juli 1950 war dann auch der zweite Abschnitt im Durchlaufbetrieb. Ursprünglich rechnete man mit einem Laufbetrieb ohne Umsteigen in der Zwischenstation Růžová hora, in der die Sessel zwischen den beiden Abschnitten auf einer Schiene manuell verschoben wurden. Letztlich wurde eine Entscheidung über einen separaten Durchlaufbetrieb der beiden Abschnitte (u.a. auch auf Grund verschiedener Sesseltypen in den beiden Abschnitten) getroffen.

Der Betreiber der Seilbahn war von Anfang an der Betrieb Tschechoslowakische Staatsbahnen (Československé státní dráhy). Der Betriebsbeginn war nicht einfach, Erfahrungen mit dem Seilbahnbetrieb hatte damals kaum jemand. Zur ersten größeren Umgestaltung kam es schon nach einigen Jahren, als die Elektromotoren unter die Konstruktion der Antriebsstation auf einen Betonfundament platziert wurden (ursprünglich befanden sie sich auf dieser Konstruktion). Weiter musste man in den ersten Jahren eine Reihe von technischen Problemen beseitigen und viele Verbesserungen durchführen. Weitere Probleme hingen mit den extremen klimatischen Bedingungen auf der Schneekoppe zusammen, indem sich auf den Stützen des zweiten Abschnitts starke Vereisungen bildeten und dadurch kam es zum Ausfall des Förderseils aus den Gewichtsrollen. Daher führte die Firma Transporta Chrudim in den Jahren 1962-63 eine Rekonstruktion der Strecke des zweiten Abschnittes durch, bei der einige Stützen gekürzt, einige völlig entfernt oder im Gegenteil hinzugefügt wurden. Dieser Umbau verbesserte zwar die Situation, jedoch die Probleme wurden nicht völlig beseitigt. Im Winter 1968 kam es sogar zum Sturz des Seils auf allen Stützen ab Nr. 3 und höher, seine Auflegung dauerte dann 5 Tage. Im Jahre 1982 wurde eine Rekonstruktion der Bremsen, der Sicherungsanlage und der Elektroinstallation durchgeführt, sodass die Seilbahneinrichtung der damals neuen Norm ČSN 27 3005 entsprach.
Der Seilbahnbetrieb wird insbesondere auf dem zweiten Abschnitt sehr oft durch starken Wind beeinflusst. Aus diesem Grund bleibt der zweite Abschnitt fast über die Hälfte der Tage im Jahr außer Betrieb. Am meisten wird durch den Wind der letzte Teil der Trasse unter der Bergstation beeinflusst, wo die Seilbahnstrecke nur ein Stück oberhalb der Kante des Tales Obří důl führt. Am Gipfel der Schneekoppe erreicht der Wind in Stößen eine Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h (55 m/s).

Schon in den 70er Jahren begann sich eine nicht ausreichende Beförderungskapazität der Seilbahn zu zeigen, im Sommer bildeten sich an der Talstation in Pec bis vierstündige Schlangen. Eine überhaupt größte Besucheranzahl wies die Seilbahn in den Jahren 1972 und 73 auf, als in jedem dieser Jahre über 250.000 Fahrgäste befördert wurden. Insgesamt beförderte dann die Seilbahn auf die Schneekoppe seit 1949 bis zur Gegenwart über 7 Millionen Personen.

Die Lebensdauer der Seilbahntechnologie wurde durch den Hersteller für 17 Jahre vorausgesetzt. Es klingt fast unglaublich, dass die Seilbahn auf die Schneekoppe im ursprünglichen Zustand 63 Jahre in Betrieb war. Daher wird schon seit dem Jahre 1976 ein Bau einer völlig neuen, moderneren Seilbahn beabsichtigt. In der damaligen Studie rechnete man mit einem Zweiseilsystem einer 4erKabine von Transporta. Am Ende der 80er Jahre wurden dann weitere Studien erarbeitet. Interessant war das Angebot der österreichischen Firma Girak bezüglich einer 6er- oder 8er-Kabinenseilbahn und der Verlängerung der Strecke des ersten Abschnitts bis zur Baude Lesovna.

Im Jahre 1997 wurde die Seilbahn sowie die restlichen fünf Seilbahnen des Unternehmens Tschechische Bahn (České dráhy) - Schneekoppe, Černá hora, Komáří Vížka, Javorový vrch und Ještěd) privatisiert. Zu neuen Eigentümern wurden zu 51 die Gemeinde Malá Úpa (im Jahre 1999 wurde zum 100 Anteil der Stadt Pec pod Sněžkou.
Schon im Jahre 1999 nahm der Betreiber Vorbereitungsarbeiten zum Ausbau einer neuen Seilbahn auf. Es wurde eine Studie ausgearbeitet, die mit einer völlig neuen Strecke des ersten Abschnitts und einer Verschiebung der Talstation näher zum Stadtzentrum rechnete. Im ersten Abschnitt wurde eine abkuppelbare 4er-Sesselbahn mit einer Länge von 1628 m nach Růžohorky geplant, zurück nach Pec sollte eine 1964 m lange Piste führen. Das Auswahlverfahren für die Lieferung des ersten Abschnitts gewann die Firma Leitner. Von Růžohorky sollte dann zur Schneekoppe eine 4erKabinenseilbahn mit einer Länge von 2971 m und einer selbsttätigen Winkelstation auf dem Berg Růžová hora (an der Stelle der heutigen Station) führen, die die Strecke um 8-10° in Richtung des gegenwärtigen zweiten Abschnittes abneigen würde. Diese Variante lehnten aber die Organe des Umweltschutzes ab, diese bedingten den Ausbau des Skiareals in Růžohorky durch die Erhaltung des ursprünglichen zweiten Abschnitts nur "auf den Erlebensfall". Der Ausbau einer neuen Seilbahn wurde somit wieder verschoben.

Erst in den folgenden Jahren kam es zum Einvernehmen mit den Organen des Umweltschutzes, indem die Variante der Seilbahnrekonstruktion in der ursprünglichen Trasse von Pec pod Sněžkou und mit der Verschiebung der Talstation zur Baude Lesovna ausgewählt wurde. Diesmal gelang es, einen Kompromiss mit vielen Bedingungen zu finden und eine Zustimmung des Umweltschutzes einzuholen. Somit konnten die Rekonstruktionsvorbereitungen nach langen 30 Jahren aufgenommen werden. In beiden Abschnitten wurde die Technologie einer 8er-Kabinenseilbahn gewählt. Nach der Einarbeitung aller Ausbaubedingungen wurde über den Bau einer 4er-Kabinenseilbahn entschieden. Der entscheidende Kompromisspunkt liegt darin, dass die Beförderungskapazität der neuen Seilbahn die Kapazität der heutigen Seilbahn, d.h. 250 Personen pro Stunde, nicht übersteigen wird.

Dem Bau einer neuen Seilbahn zur Schneekoppe stand also nichts mehr im Wege. Mit dem Bau wurde am 1. 9. 2011 begonnen. Der Betrieb der alten Sesselbahn im zweiten Abschnitt zur Schneekoppe wurde am 13. 5. 2012 eingestellt und im Betrieb blieb nur der erste Abschnitt von Pec auf Růžová hora. Zu einer gesamten Einstellung der Touristenbeförderung mit der alten Sesselbahn kam es am Sonntag, dem 2. September 2012.

Technische Angaben:

Typ: VON ROll, typ VR 101

Hersteller: Transporta Chrudium (in Lizenz Von Roll)

 

Art: n zwei Abschnitten führende Einseil-Umlaufbahn für Personen mit abkuppelbaren Doppelsitzsesseln und drei Einstiegstationen.

Räumliche Spezifikation - Meereshöhe der Stationen:

Station Pec pod Sněžkou: 890 m ü. M.

Umsteigstation Růžová hora: 1354 m ü. M.

Station Sněžka: 1594 m ü. M.

Technische Daten:

 

 

1. Abschnitt

2. Abschnitt
 

Pec p.Sn. - Růžová hora

Růžová hora - Sněžka

Inbetriebnahme:

15.1.1949 1.7.1950

Schräge Länge:

1560 m 1967 m

Überhöhung:

464 m 240 m

Durchschnittliche Neigung:

31,20 % 12,86 %
Seiltrum: rechter rechter
Platzierung der Antriebe: Station Růžová hora Station Růžová hora
Spannsystem: mit Gewicht in der St. Pec p. Sn. mit Gewicht in der St.
Gewichtsmasse: 5,3 t 12 t
Leistung des Hauptantriebes: 75 kW 55 kW
Max. Fahrgeschwindigkeit: 2,5 m/sek 2,5 m/sek
Fahrzeit: 10,5 min 13,2 min
Durchmesser des Förderseils: 23 mm 23 mm
Förderseiltyp: 6 Litzen Warrington 6x K13W-SFC 1570 B Zz
Durchmesser des Spannseils: 40 mm 40 mm
Spannseiltyp: 6 Litzen Seal 330 Drähte, Windung XP, ČSN 02 4346.45
Zeitintervall der Sessel: 28,8 sek 28,8 sek
Sesselabstand: 72 m 72 m
Anzahl der Sessel: 44 55
Anzahl der Stützen: 19 23
Beförderungsleistung: 250 Pers./Std. 250 Pers./Std.
Anmerkung: seit dem Betriebsbeginn wurden genutzt:    
Förderseile: 26 Stück 28 Stück
Spannseile: 10 Stück 9 Stück
Davon wurde bis zum Ende des Jahres 1959 das Seil im 1. (unteren) Abschnitt 9x und im 2. (oberen) Abschnitt 7x gewechselt.    
Informationen zum Betrieb Pec p. Sn - Růžová hora
geöffnet 8 - 19 h
Růžová hora - Sněžka
geöffnet 8 - 19 h
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